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Die Klassik ist das goldene Zeitalter der
Maya. Überall in Mesoamerika fand sich nun mas-sive, geschmückte
und mit leuchtenden Farben versehene Architektur. Herausragende Leistungen
in der Kunst und Fortschritte in Astronomie und Mathematik kennzeichnen
diese Periode. Dies war die Zeitspanne, in der eines der anspruchsvollsten
Schriftsysteme, die je in der westlichen Hemisphäre entwickelt wurden, zur
Perfektion gebracht wurde.
Die Klassik begann zu der Zeit, als
die ersten Daten in Hieroglyphenform um 250 n. Chr. auf Maya-Stelen
festgehalten wurden. Sie endete rund 650 Jahre später, als letzte Daten in halbfertige
Monumente gemeißelt wurden und die kunstfertigen Handwerker mitten in ihrer
Arbeit plötzlich ihr Werkzeug liegen ließen. Die meisten der großen
Zeremonienzentren in Mesoamerika erreichten ihren kulturellen Höhepunkt
während der klassischen Periode. Aus bisher immer noch nicht
hundertprozentig geklärten Gründen wurden sie aufgegeben oder erlebten
einen enormen Niedergang - alles innerhalb eines Zeitraumes weniger Jahre
gegen Ende des 9. Jahrhunderts.
Vieles von dem, was Archäologen
über die Maya-Zivilisation wissen, stammt aus Forschungsarbeit, die sich mit
der Klassik beschäftigt. Zunächst entwickelten die Wissenschaftler ein
Modell der Maya-Gesellschaft, das davon ausging, das ein Zeremonienzentrum
in einem weiträumigen umliegenden Gebiet Unterstützung fand. Aber intensive
Studien über die Landwirtschaft brachten zu Tage, dass die Maya
hochentwickelte Techniken einsetzten, um eine hohe und wachsende
Bevölkerungszahl um die Zeremonienzentren herum zu ernähren.
Zu diesen
Techniken zählte, Gelände an Hängen und Flussufern zu terrassieren. Dies
erlaubte eine intensive Landwirtschaft in Gebieten, wo sonst Ackerbau nicht
möglich gewesen wäre. Drainagen wurden angelegt, Unebenheiten ausgeglichen.
Die Maya pfleg-ten ihre Mais-Milpas, bauten aber auch an-dere Feldfrüchte
an wie Maniok, Süßkartoffeln und Bohnen. Große Bedeutung hatte die
Ra-mon-Nuss. Große unterirdische Räume wurden angelegt, um Ramon-Nüsse über
einen lan-gen Zeitraum einzulagern. Einige Archäologen vermuten, dass die
Lebensmittel aus diesen Vorratskammer während Hungersnöten ge-nutzt wurden.
Die Maya der Klassik reicherten ihre
sehr stärkehaltige Ernährung (Gemüse und Nüs-se) durch tierische Proteine
an. Hauptquelle, um an Fleisch zu kommen, war die Jagd:
Weißschwanz-Hirsche, Small Brocket Deer und zwei Wildschweinarten wurde
besonders nachgestellt. Es wurden aber auch Schildkröten gefangen und große
Mengen Süß-wasserschnecken gesammelt.
Im Mittelpunkt der Forschung standen zunächst
eindeutig die großen Zere-monienzentren der Zeit. Doch jüngst haben
Archäologen die gesamte Sozialstruktur näher unter die Lupe genommen und
sich auf kleinere Maya-Siedlungen konzentriert. Dabei rückten die einfachen
Landwirte, die durch ihre Nahrungsmittelproduktion die Stütze der
Zivilisation waren, ins Rampenlicht. Die Bauernfamilien lebten in Hütten,
die denen der heutigen Maya sehr ähnlich waren. Die meisten Behausungen
wurden aus vergänglichem Material gebaut, das die Wälder boten.
In der damaligen Maya-Gesellschaft
drehte sich alles um das jeweilige Haupt-Zeremonienzentrum. Ein regionales
Handelssystem stellte sicher, dass Produkte aus den entfernter liegenden
Gebieten zu den kleineren Maya-Zentren und dem Haupt-zentrum gelangten. Gut
konstruierte Wege, Sacbeobs oder "Weiße Straßen" wegen ich-res
Stucküberzuges genannt, führten netzartig von den großen Orten zu den
klei-neren Zentren.
Die
Chronologie der klassischen Periode wird eingegrenzt durch den Aufstieg, die
Blüte und den stetigen Verfall der Maya-Zivilisation. Einige Archäologen
sehen als Kennzeichen der Klassik den Einfluss auf die großen
Zeremonienzentren in ganz Mesoamerika und die Maya-Zivilisation insgesamt.
Im Folgenden finden Sie eine Einteilung der klassischen Periode in einzelne
Abschnitte:
- Frühklassik - 250 bis 400
n. Chr.
- Mittlere Klassik - 400
bis 700 n. Chr.
- Spätklassik 700 bis 900
n. Chr.
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