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LAMANAI
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Lamanai ist eines der größten Maya-Zeremonienzen-tren in Belize. Es gilt zudem als eines der Bedeutendsten. Der Name Lamanai leitet sich von dem Maya-Ausdruck für "abgetauchtes Krokodil" her. Darstellungen dieses Reptils finden sich überall in den Ruinen.

 

Die archäologische Stätte liegt an der New River Lagoon und bietet Monumentalarchitektur: Tempel und Paläste aus der präklassischen und klassischen Periode. Postklassische Artefakte stammen vor allem aus Wohnbereichen, die den Besuchern auf den ersten Blick überhaupt nicht im Urwald auffallen. Etwas südlich vom Zentrum von Lamanai stehen die Ruinen zweier spanischer Kirchen. Britische koloniale Holzunternehmen verschifften Blauholz (Logwood) und Mahagoni über den New River. Heute liegt bei den Ruinen ein Dorf salvadorianischer Flüchtlinge. Somit dokumentiert La-manai alle Hauptphasen der Besiedlung in Belize - von den Maya bis zur Gegenwart.

 

Der zentrale Bereich der Ruinen ist etwa 1,3 Quadratkilometer groß. Inklusive Wohngebiete und kleinerer Gebäude dehnt sich die Fläche aber auf 385 Hektar aus. Dies ist auch die aktuelle Größe des offiziellen archäologischen Schutzgebietes.

 

Pollenuntersuchungen haben gezeigt, dass die erste Besiedlung von Lamanai auf um 1500 v. Chr. zu datieren ist. Früheste Keramiken stammen aus der Zeit um 500 v. Chr. Archäologen haben sich Schicht für Schicht bis zu dieser Zeit vorgegraben. Zum Beispiel liegt innerhalb eines Maskentempels aus dem sechsten Jahrhundert n. Chr. ein gut erhaltener präklassischer Tempel aus der Zeit um 100 v. Chr. Er zeigt ähnliche Stilelemente wie Funde im nördlich gelegenen Cerros.

 

Der mächtige Haupttempel trägt die profane Bezeichnung N10-43. Er ist das größte bekannte Gebäude aus der Präklassik in der gesamten Welt der Maya. Immer und immer wieder wurde der Tempel umgebaut und ergänzt. Die letzte Verän-derung erfolgte in der Späten Klassik um 600 n. Chr. lediglich eine einzige Stele mit Glyphen ist in Lamanai entdeckt worden. Sie trägt ein Datum und den Namen "Stein-Baum".

 

Während der Späten Klassik wurde der nördliche Teil Lamanais - zuvor als heiliger Zeremonien-bereich genutzt - zu einem Wohnbereich umgestal-tet. Die religiösen Aktivitäten fanden nun im Süden des Ortes statt. Neue postklassische Bauwerke entstanden, bei weitem nicht mehr so spektakulär wie zuvor. Archäologen schließen daraus, dass nicht mehr so viele Arbeiter zur Verfügung standen und die gewachsene, weitverzeigte hierarchische Gesellschaftsstruktur nun zusammenbrach.

 

Lamanai ist nicht allein wegen seiner Maya-Architektur bekannt, sondern auch wegen der Überreste zweier christlicher Kirchen aus dem 16. Jahrhundert und der Ruine einer Zuckermühle aus dem 19. Jahrhundert. Von ihr stehen immer noch das gewaltige Schwungrad und die Dampfboilerkonstruktion. Aufgrund der langen Besiedlung durch unterschiedliche Bevölkerungsgruppen sind die gefundenen Artefakte aus Lamanai sehr vielseitig: Sie sind aus Stein, Ton, Holz, Knochen, Muschel, Jade, Gold, Kupfer, Glass, Eisen und sogar aus flüssigem Quecksilber gefertigt.

 

Die ersten Archäologen kamen 1917 nach Lamanai, aber ernsthafte Ausgrabungen und Konsolidierungsarbeiten begannen nicht vor 1974, als das Royal Ontario Museum mit seinem Langzeitprojekt startete. Lamanai war wie so viele andere Maya-Stätten in Belize immer wieder Ziel von Grabräubern. Sie wüteten vor allem zwischen 1920 und den frühen 70-er Jahren des 20. Jahrhunderts.

 

Lamanai erstreckt sich am Ufer der New River Lagoon. Hier lässt sich hervorragend baden und Wassersport betreiben. Da die Region allerdings sehr intensiv landwirtschaftlich genutzt wird, ist der archäologische Park der einzige erhaltene Dschungel in dem Gebiet. Außerhalb des Schutzareals gleicht die Landschaft einem Flickenteppich aus überwiegend Zuckerrohrfeldern. Dadurch konzentriert sich der Bestand freilebender Widltiere in vielfältiger Weise im Park. Es gibt mindestens vier Brüllaffenfamilien. Im angrenzenden Marschland an der Lagune finden zahlreiche Wasservogelarten ihren Lebensraum.

 


Haupttempel N43-10 von Lamanai


Stuckmaske an Tempel N9-56


Tempel N10-9


Blick vom Haupttempel

 

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