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Belize City ist die größte Stadt des
Landes. Ein Drittel der Gesamtbevölkerung lebt hier. Belize City liegt
zu beiden Seiten der Mündung des Haulover Creek, wie der Belize River auf
seinen letzten 6,5 Kilometern auf dem Weg zur Karibik genannt wird. Was
heute die Metropole des Landes ist, war nie als dauerhafte Siedlung
geplant. Die Stadt liegt einige Zentimeter unter dem Meeresspiegel, die
meisten Häuser sind in sumpfigem Gelände auf Pfählen gebaut. Historiker
behaupten, Belize City habe ein Fundament aus Koral-lenstücken, Holzspänen
und Rumflaschen …
Die ersten Siedler in Belize City -
so wird angenommen - waren Maya, die auf dem nahen Moho Caye ein
Fischer-camp errichtet hatten. Bei Ausgrabungen auf Moho Caye wurden
Knochen und andere Artefakte gefunden, die dies bestätigen. Es gibt auch
Hinweise darauf, das es eine reiche Meeresfauna und -flora zu dieser Zeit
gab. Nachdem die Maya das Gebiet wieder aufgegeben hatten, begannen im
späten 17. Jahrhundert englische Piraten sich dort niederzulassen, wo heute
Belize City liegt. Sie kamen während der Regenzeit zum Mündungsgebiet, um
Blauholz (Logwood) zu schlagen. Dieses rote Kernholz wurde nach Europa
exportiert und als Rohmaterial für das Blau-Violett-Färben von Stoffen
verwendet.
Die eigentliche Geschichte von
Belize City beginnt also als ein Holzfällercamp. Die Freibeuter
lebten direkt an der Küste, während die afrikanischen Sklaven auf dem
Südufer des Haulover Creek untergebracht wurden. Als 1798 die Spanier St.
George's Caye angriffen, wurde die Siedlung verlegt. In der Folgezeit
entwickelte sich Belize City zum Hauptexportpunkt für Blauholz (Haematoxylum
campechianum) und Mahagoni. Logwood wurde im Landesinneren geschlagen und
gebündelt den Fluss hinunter geflößt. Im 18. Jahrhundert hatten die Briten
Belize Town als ihr Bay Settlement etabliert. 1892 wurde Belize City
Hauptstadt von Britisch-Honduras.

Belize Citys Geschichte ist von
zahl-reichen Schick-salsschlä-gen ge-prägt.
1804, 1806 und 1856
zerstörten Feuers-brünste die Stadt. Gelb-fieber-, Pocken- und
Cholera-Epi-demien for-derten ihre Opfer. Immer wieder suchten Hurrikans
und Flutwellen Belize City heim. Am 10. Sep-tember 1931, unmittelbar
während der Feierlichkeiten in Gedenken an die Schlacht von St. George's
Caye mit den Spaniern, fegte ein Hurrikan über die Stadt, überflutete sie
und tötete zehn Prozent der Bevölkerung. 30 Jahre später wütete Hurrikan
Hattie. Mit 260 Kilometer pro Stunde Windgeschwindigkeit schlug er zu,
Hunderte von Menschen kamen um, viele wurden obdachlos. Der Gesamtschaden
betrug rund 50 Millionen US-Dollar. Als Schlussfolgerung entschied die
Regierung, die Hauptstadt ins Landesinnere zu verlegen, nach Belmopan. Aber
die meisten Bewohner blieben in ihrer Stadt. Auch wenn Belize City heute
nicht mehr die Hauptstadt ist, sie ist weiter das gesellschaftliche,
wirtschaftliche und historische Zentrum des Landes.
Zwar wurde die Stadt Opfer
zahlreicher Katastrophen, doch hat sie noch immer eine ganze Reihe
eindrucksvoller, geschichtsträchtiger Sehenswürdigkeiten aufzu-weisen. Der
Leuchtturm Fort George Lighthouse steht dort, wo an der Einfahrt zum
Belize-Hafen einst ein Fort errichtet war, dass durch einen Graben von der
restlichen Stadt getrennt war. Unmittelbar neben dem Leuchtturm findet sich
das Denkmal Baron Bliss Memorial. Es wurde mit Geldern gebaut, die der
reiche britische Baron Henry Edward Ernest Victor Bliss dem Volk von Belize
hinterließ. Baron Bliss war nach Belize gekommen und hatte das Land lieben
gelernt. Aber er war so krank, dass er an Bord seiner Yacht "Sea
King" bleiben musste. Er fand noch die Kraft, im Hafen zu fischen,
starb dann aber ganz plötzlich. Der Baron, beeindruckt von der Art und
Weise, wie die Belizianer ihn an seinen letzten Tagen behandelt hatten,
vermachte den Menschen von Belize in einem Trust Geld, das zum Wohle der
Belizianer verwendet werden sollte. Außer des Denkmals wurde so das Bliss Institut
gebaut, das eine Bibliothek, einen Hörsaal und eine Kunstgalerie
beherbergt.
Zu den weiteren Sehenswürdigkeiten
von Belize City gehört eine Reihe von kolonialen Gebäuden. Mitten im Herzen
der Stadt steht das Paslow Building, in dem die Post und die Unteren
Gerichtskammern zu finden sind. Das Gebäude ist nach Thomas Paslow benannt,
einem Sklavenbesitzer. Das Supreme Court Building ist ebenfalls im
Kolonialstil gebaut, auffällig sein Uhrenturm. Das Gebäude steht dort, wo
1818 das ursprüngliche Gerichtshaus errichtet worden war.
Der südliche und nördliche Teil von
Belize City ist durch die Swing Bridge miteinander verbunden. Sie ist die
einzige von Hand betriebene Straßendrehbrücke der Welt. Sie wurde 1922
gebaut. Jeden Morgen und Abend wird sie kurzzeitig geöffnet, so dass
Segelboote und größere Boote in den Haulover Creek stromaufwärts einfahren
können.
Die St. John's Cathedral liegt am
Südende der Albert Street. Die Kathedrale ist das älteste erhaltene Gebäude
aus kolonialer Zeit und zugleich die älteste anglikanische Kirche in
Zentralamerika. Sklaven mussten St. John's
Cathedral im 19. Jahrhundert mit Ziegeln bauen, die als Schiffsballast auf
Segelschiffen aus Europa gekommen waren. In der Kathedrale wurden mehrere
Indio-Könige der Moskito-Küste gekrönt.
Auch wenn Belize City als
Landesmetropole gilt, gibt es doch eine weitere Stadt im Belize Distrikt,
die das touristische Zentrum von Belize ist: San Pedro auf Ambergris Caye. Dorthin
reisen mehr Touristen als zu allen übrigen Orten in Belize.
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