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GUANACASTE NATIONAL PARK
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Guanacaste National Park heißt das über 20 Hektar große Gebiet tropischen Waldes, das nördlich des Wes-tern Highway und unmittelbar östlich der Roaring Creek Bridge liegt. Die Fläche wurde zunächst ein Crown Reserve, dann ein Park und schließlich ein Nationalpark, der von der Belize Audubon Society gemanagt wird.

 

Der Park leitet seinen Namen von dem mächtigen Ohrbaum ab - Guanacaste oder Tubroos Tree (Enterolobium cyclocarpum) -, der nahe der Südwest-Grenze des Schutz-gebietes steht. Auf den Ästen des hohen Baumes wachsen zahlreiche Epiphyten. Der Ohrbaum steht nur unweit des Eingangs und lohnt in jedem Fall einen Besuch. Der Guanacaste ist eine schnellwachsende Baumart und eine der größten in Zentralamerika. Er kann eine Höhe von fast 40 Meter erreichen, davon allein neun bis zwölf Meter astloser Stamm. Der Stammdurchmesser kann über 1,80 Meter erreichen.

 

Der Ohrbaum besitzt eine weit ausladende, flache Krone mit blassgrünen Blättern und kleinen weißen Blüten. Die Fruchthülsen sind breit, flach, dunkelbraun und glänzend, gut 7,5 bis 10 Zentimeter im Durchmesser und fast kreisförmig aufgerollt. Einige Beobachter fühlen sich, was das Aussehen der Hülse angeht, an ein menschliches Ohr erinnert. Es verwundert auch nicht, dass der Baum regional den Namen "Affenohr-Baum" trägt.

 

Vieh frisst gern die Blätter, Blüten und Fruchthülsen des Guanacaste. Sein Stamm wird in ganz Belize bevorzugt für den Bau von Einbäumen genutzt. Solche Boote werden Doreys genannt. Das Guanacaste-Holz wird nicht von Würmern befallen, was sonst bei Holzbooten ein großes Problem ist. Weiter wird Guanacaste-Holz für Futtertröge und Mörser verwendet, um Reis zu enthülsen.

 

Der große Ohrbaum im Guanacaste National Park ist dem Schicksal, zu einem Einbaum verarbeitet zu werden, entgangen, obwohl er so dicht am Belize River steht. Da der Hauptstamm sich in jungen Jahren bereits relativ dicht über dem Boden in drei Stämme geteilt hat, war der Baum für die Bootsbauer uninteressant. Der besondere Wuchs dieses Guanacaste hat sehr viel mehr Epiphyten, Bromelien und Kakteen als sonst üblich die Chance geboten, auf dem Baum zu siedeln.

 

 

Außer dem großen Guanacaste wachsen viele andere Baumarten im Nationalpark. Darunter Mammi-Apfel (Mammea americana L.), Quamwood (Schizolobium parahybum), ein großer Kapok- oder Wollbaum (Ceiba pentadora), Hunderte von Cohunepalmen (Orbignya cohune) und zwei Mahagonibäume (Swietenia macrophylla). Der Mahagonibaum ist übrigens der Na-tionalbaum von Belize. Über 100 verschiedene Vogelarten sind im Park beobachtet worden. Während der Wintermonate nimmt die Zahl der gefiederten Tiere im Na-tionalpark durch Zugvögel aus Nordamerika stark zu. Früh morgens und am späten Nachmittag kann die Zahl dann leicht um 40 bis 50 weitere Arten ansteigen.

 

Zwei der beliebtesten Vogelarten des Schutzgebietes sind der herrliche Blau-scheitelmotmot (Momotus momota) und die Schwarzkehl-Ameisendrossel (Formicarius analis). Weitere auffällige Vogelarten sind Trogons, Kuckucke, Papageien und Spechte.

 

Zu den Säugetieren, die im Park nachgewiesen wurden, zählt die kleinste belizianische Wildkatze, die Wieselkatze oder Jaguarundi (Herpailurus yagouaroundi fossata). Andere kleinere Säugetiere im Park sind Wickelbär (Potos flavus chiriquensis), Paka (Agouti paca nelsoni), Weißwedelhirsch (Odocoileus virginianus truei) und ver-schiedene Arten von Fledermäusen und Opossums. Über 1,20 Meter lange Grüne Le-guane (Iguana iguana) sonnen sich auf den oberen Ästen der großen Bäume. Sie sind aber nur eine von vielen Reptilienarten, die im Park anzutreffen sind.

 

Am neuen Besucherzentrum gibt es ein kleines Tourbuch für eine Rundgang durch den Nationalpark auf eigene Faust. Über 30 Bäume sind mit Schildern gekennzeichnet, die Broschüre gibt entsprechende Erläuterungen zum Beispiel über die Nutzung der Bäume. Der Belize River macht beim Guanacaste National Park eine weite Biegung und lagert deshalb Sand an einem kleinen Strand ab. So lässt sich hier auch sehr gut baden.

 

Der Guanacaste National Park ist klein - aber seine Lage macht ihn so bedeutend und interessant für Belizianer und Touristen. Er liegt direkt an der Kreuzung des Western und des Hummingbird Highway. Hier führen unmittelbar die Hauptbuslinien vorbei. Im neuen Besucherzentrum wird die Geschichte der Region wie auch die Natur mit Flora und Fauna vorgestellt. Übernachtungsmöglichkeiten gibt es im nahen Bel-mopan.

 


Ausstellung im Park-Museum


Gut ausgeschilderter Park-Pfad


Großer Ohrbaum (Guanacaste)


Blick über den Belize River

 

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