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Das Rio Bravo Conservation and Management
Area ist ein innovatives Waldschutz-Projekt. Seinen Namen hat
es vom Rio Bravo, dem einzigen großen Fluss der Region. 121.410 Hektar
subtropischen Feuchtwaldes werden gezielt in dem Sinne verwaltet, dass die
gesunden Wälder und die darin vorkommenden wildlebenden Tiere erhalten
bleiben. Andere Ziele sind, in begrenztem Maß Hartholz einzuschlagen und
aufzubereiten, Chicle (den Baumsaft für Kaugummi-herstellung) zu sammeln
und andere Waldprodukte in nach-haltiger Weise zu nutzen.
Rio Bravo ist Privatland, das im Namen der
Menschen von Belize von der Nicht-Regierungs-Organisation "Programme
for Belize" gemanagt wird. In diesem Gebiet gibt es dichten
Waldbestand, hauptsächlich aus Mahagoni, Zeder und an-deren wertvollen
Harthölzer. Diese Hartholzwälder sind die Heimat zahlreicher Wildtiere. Die
Bestandsdichte mit Jaguaren gilt am Rio Bravo als die größte in ganz
Belize, vielleicht sogar im gesamten Mittelamerika.
Das Rio-Bravo-Gebiet besteht
hauptsächlich aus flachem Gelände oder sanftem Hügelland. Im Laufe der Zeit
haben sich als geologische Formationen Terrassen gebildet. Dadurch gibt es
mehrere ausgeprägte Abbruchkanten.
Das Interessante an der
Rio-Bravo-Region ist ihre große Vielfalt an Baumarten und verschiedenen
Waldtypen. Zwei Drittel der Wälder sind als Hochland-Laubwald
klassifiziert. Hier gibt es bedeutende Bestände an Mahagoni, Zeder und anderen
Hartholzarten. Tatsächlich war einst der größte Teil des Rio-Bravo-Gebietes
bereits einmal abgeholzt beziehungsweise war selektiver Einschlag erfolgt:
und zwar zur Blütezeit der Maya-Kultur und während der Zeit der Holzfäller
Anfang des 20. Jahrhunderts.

Als weitere Waldarten sind hier zu
finden: Cohune-Palmenwald, der auf nährstoffreichen durchlässigen Böden
wächst, Sumpf- und Marschlandvegetation sowie Savannen.
Der Tier- und Pflanzenbestand ist
beson-ders ausgeprägt im Schutzgebiet - nicht zu-letzt wegen seiner
abgeschiedenen Lage. Die Jagd ist während der vergangenen Jahre massiv
eingeschränkt beziehungsweise völlig eingestellt worden. All fünf
Wildkatzenarten, die in Belize vorkommen, sind hier zu finden: Jaguar
(Pan-thera onca goldmani), Puma (Puma concolor mayensis), Ozelot (Leopardus
p. pardalis), Mar-gay (Leopardus wiedii yucatanica) und Ja-guarundi
(Herpailurus yagouaroundi fossata). Zu den anderen Säugetieren, die
regelmäßig be-obachtet werden, zählen Tapir (Tapirus bairdii), Tayra (Eira
barbata senex), Ameisen-bär und Graufuchs (Urocyon cinereoargentus
fraterculus).
In dem erst ausgesprochen kurzen
Zeitraum, in dem hier wissenschaftliche Untersuchengen stattfinden, sind bereits 200
Vogelarten registriert worden. Dabei sind einige Lebensräume noch nicht
untersucht worden. Folgende Großvögel sind im Rio-Bravo-Gebiet heimisch:
Pfauentruthahn (Agriocharis ocellata), Tuberkelhokko (Crax rubra) und Guan.
Habichte und andere Greifvögel leben an den Waldrändern und
Landschaftsabbrüchen.
"Programme for Belize"
hat sich vor allem auf wissenschaftliche Untersuchungen, Archäologie,
Forstwirtschaft und Tourismus konzentriert. Das Rio Bravo Research Center
unterstützt dabei unterschiedliche Studien - von Taxonomie bis Ökologie.
Zur Zeit läuft ein auf mehrere
Jahre angelegtes Projekt, bei dem die große Ruinenstätte von La
Milpa erforscht und teilweise ausgegraben wird. Außerdem gibt es
Forschungsvorhaben, die sich mit der nachhaltigen Nutzung von Waldprodukten
beschäftigt, darunter die Chicle-Ernte, der selektive Holzeinschlag und die
Produktion von Holzkohle.
Schließlich ist auch der Tourismus
ein wichtiger Faktor im Rio-Bravo-Gebiet geworden. Unterkünfte für Gruppen
sowie Cabanas sind vorhanden, müssen allerdings im voraus reserviert
werden. Am nördlichen und südlichen Rand des Schutzgebietes sind neue
Ökotourismus-Lodges geplant.
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