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La Milpa ist ein wichtiges
Zeremonienzentrum im Nord-westen von Belize. Die
archäologische Stätte weist elf Plazas und über 50 Bauwerke auf. Erste
Berichte über das Zentrum stammen aus den 30er Jahren des 20.
Jahrhun-derts, als es erste generelle archäologische Untersuchungen in der
Region gab.
Kennzeichnend für La Milpa ist der
große öffentliche Bereich im Nordteil der Maya-Stadt. Diese Hauptplaza
ist eine der größten in der gesamten Welt der Maya und dominiert den
öffentlichen Teil der Stätte. Einige der höchsten Pyramiden, die sich über
20 Meter erheben, stehen an dieser Plaza. Zahlreiche klassische Stelen wurden
hier gefunden. Der südliche Teil von La Milpa dagegen ist durch den in sich
geschlossenen Akropolis-Bereich geprägt, zu dem auch drei Innenhöfe zählen.
In ihnen wohnte vermutlich die Königs- oder Fürstenfamilie.
Nach den bekannten Fakten, hat La
Milpa eine grundsätzlich ähnliche Geschichte wie andere Hauptzentren der
Region. Die Hauptbauwerke sind typisch für die Klassik, wobei von
präklassischen Aktivitäten ausgegangen werden kann. Bisher lassen sich aber
keine Nachweise für postklassische Bautätigkeit oder Stelen führen. Dies
lässt darauf schließen, dass La Milpa zur gleichen Zeit wie seine meisten
Nachbarn den Niedergang erlebte.
Während der Spätklassik gibt es deutliche
Anzeichen für einen sprunghaften Bevölkerungsanstieg in La Milpa. Dies
führte zu einer extensiven Nutzung der natürlichen Ressourcen in der
Region. Vieles von dem, was heute in La Milpa sichtbar ist, stammt aus
dieser Periode. Zu jener Zeit wurde das Zeremonienzentrum zu seiner größten
Ausdehnung erweitert - als eine der wichtigen Stätten des Maya-Tieflandes.

Das Gebiet von La Milpa weist
Spuren zahlreicher Wohnformen auf, von einfachen Erdhügeln für Wohnhütten
bis zu großen Palästen der Elite. Einer dieser Paläste, Dos Hombres,
erreicht sogar die Größe von La Milpa. Über 60 Maya-Stätten sind bisher in
der La-Milpa-Region gefunden worden - und ständig kom-men neue hinzu.
Theorien besagen, dass während der Klassik das gesamte Gebiet gerodet war
und intensive Feuchtland-Agrarwirtschaft betrieben wurde. Es gibt Zeichen
dafür, dass die Maya selbst an steilen Hän-gen Terrassen anlegten und ein
ausgetüfteltes Wasser-Managementsystem einführten.
Das beeindruckende Wachstum in der
Früh- und Mittleren Klassik endete durch den abrupten Kollaps im frühen 9.
Jahrhundert. Der Zusammenbruch hatte zur Folge, dass die Bevölkerungszahlen
rapide zurückgingen, während andere Maya-Stätten wie etwa Lamanai, die
dicht am Wasser lagen, bis in die Postklassik überlebten. Das meiste von La
Milpa holte sich der Dschungel zurück. Allerdings deutet der Fund eines
yukatekischen Langhauses auf der Hauptplaza darauf hin, dass kurz nach dem
Kollaps eine andere Maya-Gruppe hier vorübergehend siedelte.
Bevor mit intensiven Ausgrabungen
1988 begonnen wurde, trieben Grabräuber im Gebiet von La Milpa in großem
Umfang ihr Unwesen. Tiefe Schächte sind in fast alle großen Pyramiden
vorgetrieben worden. Heute wird die Maya-Stätte intensiv von "Programm
for Belize" überwacht, einer nichtstaatlichen Organisation, die ihren
Sitz in Belize City hat.
Der größte Teil des Areals ist
immer noch mit tropischen Wäldern bestanden. Reichhaltige
Fauna und Flora sind Merkmale des Gebietes. Trupps von Brüllaffen sind
häufig in der Umgebung zu hören, viele Vogelarten lassen sich beobachten.
Hier gibt es einen der größten Bestände an Jaguaren in Belize.
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