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CUELLO
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Die archäologische Stätte Cuello leitet ihren Namen von einer Rumbrennerei ab, die fast mitten in den Ruinen liegt. Cuello gilt als eine der frühesten bekannten Maya-Sied-lungen, die von 2500 v. Chr. bis 1000 n. Chr. bewohnt wur-de. Widersprüchliche Radiokarbon-Analysen haben dazu ge-führt, dass sich Archäologen noch nicht über das tat-sächliche Alter von Cuello einig sind.

 

Ausgrabungen, die bis auf den gewachsenen Fels vorstießen, haben komplexe Abfolgen von Bautätigkeit und Rekonstruktion vor allem für die postklassische Periode nachgewiesen. Ein breiter Graben ist von den Archäologen offen gelassen worden, so dass es möglich ist, auf eine optische Zeitreise durch die freigelegten Schichten zu ge-hen.

 

Cuello gilt als kleines Zeremonienzentrum. Es besitzt zwei Plazas. Der Haupttempel einer jeden Plaza ist von zivilen Gebäuden flankiert und einem kleinen Palast. Zwei unterirdische Vorratskammern, Chultunes genannt, liegen innerhalb der Plattform des Zeremonienzentrums.

 

Einige Menschen, die in Cuello lebten, wurden in der Nähe beigesetzt und verschaffen uns so einen Einblick in die Riten und Traditionen der Maya. Eines der ältesten Gräber ist das einer jungen Frau. Ihr Schädel war deformiert, wahrscheinlich durch den ständigen Gebrauch einer Kopf-Trageschlinge, die Tumpline genannt wird. Ein aktuelles Beispiel dafür finden Sie auf einem Bild auf der Seite über San Antonio bei der Tour durch Städte und Dörfer.

Die junge Frau war in einem flachen Grab zur letzten Ruhe gebettet worden, das in den gewachsenen Kalkstein geschlagen worden war. Eine Keramikschale lag auf ihrem Gesicht, eine weitere zu ihren Füßen. Sie trug eine Halskette aus grob gefertigten Muschelstück-Perlen.

 

Spätere Gräber aus der Zeit um 600 v. Chr. enthielten kleine Jadeperlen. Sie sind die ersten Beispiele für die Verwendung des Halbedelsteines im Maya-Land. Die Jade stammt aus einem Ort, der 400 Kilometer südlich liegt. Dies hat besondere Bedeutung, beweist es doch, dass bereits zu dieser frühen Phase Fernhandel betrieben wurde.

 

Andere Fundstücke aus Cuello untermauern die Fernhandelstheorie. Mahlwerkzeuge für Mais, wie Manos und Metates aus pinkfarbenem Sandstein, kommen ursprünglich aus den Maya Mountains, 240 Kilometer entfernt. Archäologen haben Thesen aufgestellt, dass der relativ schwere Stein vermutlich einen großen Teil der Strecke auf dem Wasserweg entlang der Küste transportiert wurde.

 

Die Untersuchungen von Artefakten und Gebäuden aus der Präklassik bis zur Klassik zeigen, das die Menschen von Cuello Maya mit Kultur waren. Die technisch ausgereifte Keramik, die Steinwerkzeuge und die Gebäude sind eindeutig der späten Präklassik zuzuordnen.

 

Cuello liegt ganz in der Nähe der Stadt Orange Walk. Es ist leicht über eine Schotterstraße mit dem Taxi oder eigenen Auto zu erreichen. Da das Gebiet um Cuello intensiv landwirtschaftlich genutzt wird und die archäologische Stätte mitten in Weideflächen liegt, sind die Ruinen bewusst überwachsen gelassen worden, um sie zu schützen, bis Gelder für weitere Forschung, Schutz und Zugänglichkeit der Stätte vorhanden sind.

 


Testgrabung in Cuello

 

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